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Bogenarten

Es gibt verschiedenen Bogenarten, die hier einmal kurz vorgestellt werden:

Langbogen

Der Langbogen ist die archaische Form des Bogens und dient als Oberbegriff für alle einfachen, stabförmig geformten Bogen. In der erweiterten Verwendung steht der Begriff Langbogen auch für Bogen mit flachen Querschnitten ("Flachbogen"), die seit der Mittelsteinzeit in Europa archäologisch nachgewiesen sind. Der Langbogen ist - ebenso wie alle anderen Bogen - nach dem deutschen Waffengesetz keine Schusswaffe.

Als Englischer Langbogen wird der meist aus Eibe oder Ulme hergestellte Stabbogentyp des Spätmittelalters bezeichnet, der vor allem durch den massenhaften Einsatz in mittelalterlichen Schlachten bekannt wurde.

Zur Unterscheidung des Langbogens von anderen Bogenarten müssen insbesondere zwei Kriterien erfüllt sein: die Länge entspricht etwa der Größe des Bogenschützen und die Bogensehne berührt den Langbogen nur an den Sehnenaufhängungen (den "Tips").


Quelle: Von Hitchhiker89 in der Wikipedia auf Englisch - Übertragen aus en.wikipedia nach Commons., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2245619

Jagdbogen

Der Jagdbogen ist ein Recurvebogen. Er darf nicht länger als 66 Zoll sein. Einziges Hilfsmittel ist hier eine Pfeilauflage (oder Shelf). Gezielt wird hier nicht in dem eigentlichen Sinne. Es wird „instinktiv“ geschossen. Das heißt, „gezielt“ wird indem der Schütze sich auf das Ziel konzentriert. Im Unterbewusstsein speichert das „Muskelgedächtnis“ bei der entsprechenden Entfernung die Position des Bogenarms. Sobald der „Zielvorgang“ eingeleitet wird geht der Bogenarm in die richtige Position. Beim Jagdbogen darf der Schütze seinen Auszug nicht auf der Sehne oder im Gesicht verändern (String- und Facewalking).

Der moderne Jagdrecurve ist ein deutlich kürzerer Bogen mit einem ergonomisch geformten Griffstück, ein Bogenfenster mit Shelf über dem Griff und dynamische Recurves.

Die Recurve-Anteile des Bogens sind die weit nach vorne gebogenen Enden der Wurfarme und bieten dem Schützen durch eine Optimierung der Wurfarmphysik eine deutliche Verstärkung der Wurfkraft und einen sanften Schuss.

 

Recurvebogen

Recurve (englisch: zurückgebogen) steht für das Hauptmerkmal dieses Bogentyps, die zurückgebogene Form der Wurfarmenden.

Die Begriffe Recurvebogen und Reflexbogen werden synonym verwandt. Die ältesten Nachweise dieses Bogentyps sind die zahlreichen Felsbilder aus der Zeit der Cardialkeramik an der spanischen Mittelmeerküste, auf denen Krieger oder Jäger mit Recurvebogen abgebildet sind.
Recurvebogen (Reflexbogen) speichern in ihren Wurfarmen mehr Energie und haben daher einen höheren Wirkungsgrad als Flachbogen und Langbogen. Die anliegenden Sehnen dämpfen außerdem den Handschock nach dem Schuss.
Im ägyptischen Theben wurden Exemplare dieses Typs gefunden, die wahrscheinlich assyrischer Herkunft waren und vermutlich aus der Zeit um 1.200 Jahren v. Chr. stammen.

Im Unterschied zum Langbogen sind beim Recurvebogen die Enden der Wurfarme so stark nach vorn gebogen, dass die Sehne nach dem Schuss anliegt. Dadurch gibt sie ihre gesamte Restenergie an das Bogensystem ab und schwingt nicht nach, was zu einem ruhigeren Schuss führt. Durch die Kompositbauweise - die bei Reflexbogen die Regel darstellt - kann dieser weiter gespannt werden als ein Langbogen oder Flachbogen und hat dabei dennoch einen weicheren Auszug.
Die starke Vorspannung der Wurfarme bedingt allerdings auch eine wesentlich größere Belastbarkeit des Materials.


Quelle: Von Hannes Grobe 18:46, 29 September 2006 (UTC) - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1226303

Blankbogen

Als Blankbögen gelten olympische Recurvebögen und Compoundbögen ohne Visier und ohne Stabilisatoren, welche in dieser Bogenklasse streng verboten sind. Einzig das Anbringen von Gewichten für eine höhere Stabilisation beim Abschuss direkt am Griffstück ist erlaubt. Das Gewicht soll bewirken, dass der Bogen nach dem Lösen des Schusses nicht zum Schützen kippt, sondern in einer stabilen, aufrechten Stellung verharrt. Bei Blankbögen ist, anders als beim olympischen Recurvebogen, der Schwerpunkt hinter dem Druckpunkt der Hand, sodass diese Bögen ohne Zusatzgewichte zu einem Rückwärtskippen neigen. Der entspannte Blankbogen inklusiv angebrachter Zusatzgewichte muss noch durch einen Ring mit dem Durchmesser von 12,2 cm geschoben werden können. Der Compoundbogen, als Blankbogen eingesetzt, erfüllt diese Regel schon aufgrund seiner Bauart nicht, so dass es sich bei diesem Bogen um keinen Blankbogen im Sinne des Regelwerks der FITA handelt. Deutscher Feldbogensportverband und Deutscher Bogensport-Verband erkennen blanke Compoundbögen dagegen an. Auch Langbogen und Jagdbogen fallen theoretisch unter diese Klasse, haben aber aufgrund schlechterer Schussergebnisse durch die archaischen Materialien Sonderklassen.

Im gesamten Schießergebnis steht der Blankbogen einem olympischen Recurve nicht wesentlich nach. Eine regeltechnische Abgrenzung dazu gibt es lediglich in den Wettbewerben, wobei für die Blankbögen in den Target-Disziplinen der FITA kürzere Entfernungen gelten (bis 18 m in der Halle, bis 50 m im Freien, während der olympische Recurve im Freien bis zu 70 und 90 m geschossen wird).

Olympischer Recurve und der Blankbogen unterscheiden sich, ausgenommen von technischen Details, auch vom Handling während des Schussaufbaus. Statt des fehlenden Visiers wird die ungenauere Pfeilspitze anvisiert (dadurch auch die kürzeren Schussdistanzen). Hier kommen insbesondere spezielle Auszug- und Ankertechniken wie Stringwalking oder Facewalking zum Einsatz konträr zum mediterranen Auszug/Anker, der beim olympischen Recurve vorherrschend ist. Unter Ankern versteht der Bogenschütze die genaue Positionierung und Lage der Zughand an einem bestimmten Punkt am Kopf. Im Gegensatz dazu steht die Bogenhand, welche den Bogen festhält und den Auszug ermöglicht.

Gegenüber dem gefühlsmäßigen Schießen (intuitives Schießen) mit dem schweren Langbogen oder dem leichten Jagdbogen übt man sich in Präzision. Die technische Ausstattung ist ansonsten mit dem olympischen Recurve identisch.

 

Reiterbogen

Ein Reiterbogen ist eine Art von Bogen, der, da er sehr klein ist im Vergleich mit anderen Bogenarten, wie z. B. einem Langbogen, vorwiegend von berittenen Kriegern verwendet wurde. Er kann aber selbstverständlich auch vom Boden aus eingesetzt werden. Die Reiterbögen der verschiedenen Völker unterscheiden sich grundsätzlich nur wenig in Form und Aufbau. Die Größe der Bögen ist nicht durch den Verwendungszweck beschränkt, sondern alleine durch die zur Verfügung stehenden Materialien. Der übermannsgroße japanische Bogen, der Yumi wird ebenso vom Pferd aus abgefeuert, wie der sehr kleine türkische Bogen.


Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=90657

Compoundbogen

Der Compoundbogen (v. engl. compound „Verbundstoff“) ist eine moderne Ausführung des Bogens, die 1969 in den USA erfunden wurde.

Das auffälligste Merkmal sind kleine nockenähnliche exzentrische „Kurvenscheiben“ bzw. Rollen (engl. camwheels) an den Bogenenden, kurz Cams genannt. Sie verfügen über zwei verschiedene Durchmesser, auf denen Kabel oder Sehnen aufgerollt sind.

Im ungespannten Zustand ist auf dem größeren der beiden Durchmesser die Sehne aufgerollt. Beim Spannen des Bogens wird die Sehne des Bogens vom großen Durchmesser abgerollt, und auf dem kleinen Durchmesser wird das am gegenüberliegenden Wurfarm befestigte Kabel aufgerollt. Die Cams sind zusätzlich exzentrisch aufgehängt.


Quelle: Von StromBer - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30461014

Primitivbogen

Ein Primitiv-Bogen ist in seiner extremsten Form ein aus einem Stück Holz gefertigter Bogen (Selfbow) ohne Schussfenster (Shelf), ohne einen schmaleren Griffbereich, ohne Pfeilauflage, ohne Backing und ohne Griffleder. Die Sehne ist aus Naturmaterialien gefertigt. Beim Schießen mit dem Primitiv-Bogen wird der Pfeil auf der Hand am Bogen aufgelegt. Zwischen dem ganz einfachen Primitiv-Bogen und dem Langbogen gibt es fließende Übergänge.


Quelle: Von Getüm - German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12152272

Kyodobogen

Der Kyodobogen hat sich aus dem japanischen Kriegsbogen entwickelt. Er hat heute seine Bedeutung im sportlichen, als auch im persönlichen Bereich. Er dient so der Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Im Sinne dieser Lehre ist das kein Widerspruch, sondern eine Einheit. Vom europäischen Bogen unterscheidet sich der Kyodobogen durch seine asymmetrische Form (er wird nicht aus der Mitte geschossen). Zusätzliche Ausrüstungen gibt es nicht, wie z.B. eine Pfeilauflage.


Quelle: Von Kollotzek/Wallrafen - http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Kyudo_Kai_Nobiai.jpg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2150596